Bauteilherausforderung
Laufräder bündeln mehrere Anforderungen in einem Bauteil: wiederholbare Schaufelgeometrie, offene oder geschlossene Strömungskanäle, zentrale Bohrung oder Nabe, rotierende Wuchtanforderungen sowie Korrosions- oder Verschleißfestigkeit. Feinguss kann das Schaufelsystem nahe an die Endkontur bringen; die rotierenden Schnittstellen benötigen dennoch einen kontrollierten Bearbeitungs- und Prüfplan.
Schaufeldicke, Radien und Zugänglichkeit der Strömungskanäle beeinflussen Wachswerkzeug, Schalenentwässerung und Reinigung. Die Nabe muss genügend stabilen Bearbeitungszuschlag bieten, ohne eine isolierte Massestelle zu erzeugen, die sich schwer speisen lässt.
Prioritäten der Prozessplanung
- Wiederholbare Schaufeldicke und Radien sicherstellen
- Schalen- und Reinigungszugang enger Kanäle prüfen
- Nabe/Schaufel-Übergang ohne unnötige Massestelle speisen
- Verlässliches Bezugsmerkmal für Bearbeitung schützen
- Festlegen, ob Schaufeln roh, geblendet oder vollständig fertigbearbeitet bleiben
Bearbeitung und Prüfung
Die Bearbeitung erzeugt typischerweise Bohrung, Wellenaufnahme, Stirnflächen sowie gegebenenfalls Nut oder Gewinde. Mehrachsbearbeitung kann sinnvoll sein, wenn zusätzliche Schaufel- oder Deckscheibenmerkmale fertigzustellen sind. Der Prüfplan kann Bohrungsmaß, Planlauf, Konzentrizität, Schaufelpositionsvergleich und Gesamthüllmaß umfassen.
Für geeignete Teile kann statisches oder dynamisches Auswuchten im Haus nach Vorgabe durchgeführt werden. Betriebs- beziehungsweise Wuchtzustand, Wuchtgüte oder zulässige Restunwucht und Einschränkungen für Korrekturen sollten ausdrücklich definiert werden. Werkstoffrückverfolgbarkeit und Eindringprüfung können bei hoher Drehzahl oder korrosivem Einsatz ebenfalls relevant sein.
Nützliche RFQ-Angaben
3D-Modell, Drehzahl, Wuchtgüte, Bohrungs- und Rundlaufanforderung, Schaufeloberfläche, Werkstoffnorm, Jahresmenge und gegebenenfalls hydraulische Abnahmekriterien.
