Wo 17-4 PH sinnvoll ist
17-4 PH wird gewählt, wenn ein austenitischer Edelstahl nicht genügend Festigkeit bietet, die Anwendung aber weiterhin eine brauchbare Korrosionsbeständigkeit benötigt. Bei Gussprojekten müssen Werkstoffgüte und Wärmebehandlungszustand gemeinsam betrachtet werden, da die Endeigenschaften stark vom thermischen Zyklus abhängen.
Gussgüte und Wärmebehandlungszustand
Für Gussteile ist CB7Cu-1 nach ASTM A747 eine gebräuchliche ausscheidungshärtende Edelstahl-Gussbezeichnung aus der 17-4-PH-Familie. Knetwerkstoff 17-4 PH unterliegt anderen Produktspezifikationen. In der RFQ sollten deshalb die maßgebende Gussspezifikation und der geforderte Wärmebehandlungszustand genannt werden, nicht nur „17-4 PH“.
Auswirkungen auf Bearbeitung und Finish
Bearbeitungsfolge, Verzugskontrolle und Maßprüfung sollten um die Wärmebehandlung herum geplant werden. Kritische Bohrungen, Dichtflächen oder Bezugsmerkmale können eine Endbearbeitung nach dem festgelegten thermischen Zyklus erfordern. Passivierung, Oberflächenanforderungen und Reparaturbeschränkungen sollten ebenfalls vor der Angebotsabgabe festgelegt sein.
In der RFQ zu definierende Kontrollen
- Gussgüte und maßgebende ASTM-, EN- oder Kundenspezifikation
- Geforderter Wärmebehandlungs- oder Alterungszustand
- Anforderungen an mechanische Eigenschaften und Härte
- Kritische Maße, die nach der Wärmebehandlung fertigbearbeitet werden müssen
- NDT, Werkstoffprüfung und Reparaturbeschränkungen
- Zertifikate und Rückverfolgbarkeitsunterlagen
Ein geläufiger Legierungsname hilft zur Orientierung; die Bestellung muss jedoch die tatsächliche Gussgüte, den Zustand und die Abnahmekriterien festlegen.