Den Endzustand eindeutig beschreiben
Ein Bauteil kann nacheinander im Gusszustand, gereinigt, gestrahlt, bearbeitet, gebürstet, mechanisch poliert, passiviert oder elektropoliert vorliegen. Jeder Zustand erfüllt eine andere Aufgabe und benötigt eine andere Abnahme. Begriffe wie „glatt“ oder „Spiegelglanz“ allein lassen zu viel Interpretationsspielraum.
Guss- und Strahloberflächen
Die Gussstruktur wird durch Wachswerkzeug, Keramikschale, Legierung, Gießparameter, Reinigung und Angussbearbeitung beeinflusst. Strahlen vereinheitlicht das Erscheinungsbild, garantiert jedoch nicht automatisch eine niedrige gemessene Rauheit. Anguss- und Trennbereiche sollten separat gekennzeichnet werden.
Bearbeitete Flächen
Die Rauheit hängt von Werkzeugweg, Schneidenzustand, Steifigkeit, Vorschub, Drehzahl und Werkstoffverhalten ab. Ra- oder andere Kennwerte sollten vor allem an Dicht-, Lager-, Gleit- und Bezugsflächen festgelegt werden.
Polierte und hygienische Flächen
Polieren trägt Material ab und kann Kanten, kleine Radien und Dichtkonturen verändern. Produktkontaktflächen, Sichtzonen, Polierrichtung, Zielrauheit und ein gegebenenfalls freigegebenes Referenzmuster sollten eindeutig definiert sein.
Rauheitskennwert und Messmethode eindeutig festlegen
Ra, Rq/RMS, Rz sowie Sichtprüfung, Vergleichsmuster und Profilometermessung beschreiben oder bewerten die Oberflächentextur unterschiedlich und sind nicht automatisch als gleichwertige Abnahmekriterien austauschbar. Ist ein numerischer Rauheitswert funktionsrelevant, sollten Kennwert und Grenzwert, Messstelle und gegebenenfalls Messrichtung sowie – falls für die Zeichnung maßgebend – Cut-off, Auswertelänge oder Bezugsnorm angegeben werden. Auch das Prüfverfahren muss zur realen Geometrie passen; Vergleichsmuster und ein taktiles Profilometer liefern nicht automatisch gleichwertige Abnahmeergebnisse.
Kritische Merkmale schützen und nach der Oberflächenbearbeitung prüfen
Gewinde, Bezüge, scharfe Dichtkanten, Kennzeichnungen und enge Bohrungstoleranzen können eine Abdeckung oder Nachprüfung erfordern. Bei mehreren Oberflächenzuständen ist ein Flächenplan meist zuverlässiger als eine globale Oberflächenangabe.