Zugabe soll Kontrolle schaffen
Die Bearbeitungszugabe muss Gussstreuung, Wärmebehandlungsverzug, Bezugsbildung und vollständige Reinigung abdecken. Zu viel Material erhöht Taktzeit, Werkzeugverschleiß, Verzug und das Risiko, unter der Oberfläche liegende Unregelmäßigkeiten freizulegen. Zu wenig Material kann unbearbeitete Stellen oder instabile erste Aufspannungen verursachen.
Nach Flächentyp planen
- Dicht- und Lagerflächen
- Bezugsauflagen und Montageflächen
- Bohrungen und konzentrische Merkmale
- Gewinde und Anschlüsse
- Konturierte Strömungsflächen
- Flächen, die beim Polieren oder Strahlen geschützt werden
Ein einziger Wert für das gesamte Bauteil ist selten optimal. Große Flächen, tiefe Bohrungen und weit vom Primärbezug entfernte Merkmale können andere Werte benötigen.
Bezugsbildung berücksichtigen
Die erste Aufspannung benötigt häufig mehr Material, weil sie einen stabilen Bezug erzeugt. Danach lassen sich weitere Merkmale relativ zu diesem Bezug steuern. Opferauflagen oder Positionierlaschen können Zugabe und Rüstzeit reduzieren.
Guss und Bearbeitung gemeinsam planen
Gießerei und Bearbeitung sollten Bezüge, Zugaben, Spannstellen und Messpunkte vor Werkzeugfreigabe abstimmen. Die endgültige Zugabe wird aus Legierung, Geometrie, Bauteilgröße, Wärmebehandlung und Toleranz abgeleitet – nicht aus einer universellen Tabelle.